Kernkraft

Erfolgreich arbeiten in Home Office & Mobile Office

Geschrieben von Frederik Kohleick veröffentlich am in der Kategorie Aus dem Kern
Mobile Office bzw. Home Office bei netzkern

Montag morgen, der Wecker klingelt. Mit wuscheligem Haar und Zahnpastageschmack im Mund entsteige ich dem Bett und trete alsbald den beschwerlichen Weg ins Büro an. Nach 10 Metern bin ich bereits da – wie kann das sein? Die Mobile-Office Regelung bei netzkern macht es möglich.

Arbeiten 4.0 bringt interessante Neuerungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber mit, doch die werden in den meisten Firmen und Branchen im traditionsbewussten Deutschland noch argwöhnisch betrachtet: Flexible Arbeitszeiten, Ortsgestaltung und Mitbestimmung findet man außerhalb der digitalen Branche kaum.

Für mich ist die Mobile-Office Regelung ein Segen, bin ich doch aus Wuppertal weggezogen und müsste mich morgens sonst durch die schönsten Staus des Ruhrgebiets ins Tal schlängeln. Doch mein Laptop steht zuhause surrend neben dem Monitor auf dem Schreibtisch und während in Outlook die ersten Mails eintrudeln, schlürfe ich den ersten Kaffee des Tages aus meiner Lieblingstasse.

Voraussetzungen, Infrastruktur

Damit man zuhause ungestört und erfolgreich arbeiten kann sind, für mich folgende Dinge essentiell:

Ein eigener Raum fürs Arbeiten ist von Vorteil - Gerade wenn man nicht alleine lebt, bleibt man so ungestört und kann sich 100% auf seine Tasks konzentrieren. Zudem hilft die räumliche Trennung, die Wohnung nicht durchgehend als Arbeitsstätte zu sehen.

Ergonomie ist das A und O. Hier empfiehlt es sich ruhig mal ein bisschen Geld zu investieren:

  • In einen ausreichend großen Schreibtisch (80x160cm).
  • Einen höhenverstellbaren Schreibtischstuhl. Tipp: Viele bessere Stühle haben eine Empfehlung zur Sitzzeit pro Tag.
  • Einen höhenverstellbaren Monitor ab 24 Zoll aufwärts. Oder eine passende Erhöhung.
  • Eine Tastatur mit Handballenauflage und eine ergonomisch geformte Maus.
  • Ein gutes Headset für die Kommunikation mit den Kollegen.
  • Ausreichende Beleuchtung mit Tageslicht und künstlichem Licht.

 

Kein Internet – kein Arbeiten. Fällt einmal das Netz aus, ist meist keine Arbeit möglich. Abhilfe schafft hier zum Beispiel ein günstiger LTE-Router als Backup-Leitung oder Tethering mit dem Smartphone.

Eigenverantwortlich die Zeit einteilen und mit dem Team kommunizieren. Spontan noch einen Arzttermin wahrnehmen können ist prima. Wenn man aber eigentlich ein Meeting hatte, ist das problematisch. Mobile Office ist auch Vertrauenssache und erfordert Absprache und Planung. Am besten setzt man sich feste Arbeits- und Pausenzeiten.

Ordnung halten ist vielleicht nichts für kreative Köpfe, wer aber zuhause beispielsweise programmiert, sollte seine Augen nicht mit herumliegenden Privatgegenständen ablenken.

Die Versuchung ist groß, sich im Pyjama oder der Jogginghose an den Schreibtisch zu setzen, aber sollte vermieden werden. Wer zumindest T-Shirt und Jeans anzieht, schafft sich das richtige Mindset zum Arbeiten und gerät so nicht in Panik, wenn noch kurzfristig ein Video-Call ansteht.

Vorteile und Nachteile

Ob man der Typ fürs mobile Arbeiten ist, lässt sich schwer sagen und muss jeder selbst herausfinden. Wer mit dem Gedanken spielt zumindest tageweise außerhalb des Büros zu arbeiten, sollte folgende Vor- und Nachteile beachten.

Vorteil: Nicht zur Arbeit pendeln zu müssen spart Geld für Sprit, schont die Nerven und hilft der Umwelt durch weniger Abgase.
Nachteil: Nicht vor Ort zu sein, kann einem beizeiten das Gefühl geben nur noch Zaungast zu sein. Vom Geburtstagskuchen in der Kaffeeküche zum Beispiel, kann man sich dann auch nur erzählen lassen.

Vorteil: Fokussiertes Arbeiten, keine Störungen durch das typische Büro-Geschehen wie AdHoc Meetings und sonstige Ablenkungen durch die lieben Kollegen.
Nachteil: Störfaktoren zuhause wie Haustiere, Kinder und die Türklingel lassen sich schlecht abschalten. Hier lauern genug Ablenkungsmöglichkeiten, die bedacht werden sollten.

Vorteil: Ersparnis von Reisekosten für Benzin oder für ein Bus- bzw. Bahnticket.
Nachteil: Die Anschaffung der Infrastruktur zuhause kann, falls nicht bereits vorhanden, in den vierstelligen Bereich gehen.

Vorteil: Man spart sich die Zeit für An- und Abreise.
Nachteil: Distanz schafft Distanz. Und ein Ortswechsel kann helfen, morgens „aus dem Quark“ zu kommen. Wer zuhause arbeitet, sollte zumindest morgens einen kurzen Gang an der frischen Luft machen.

Fazit: Mobile Office braucht Eingewöhnung

Die wichtigsten Erkenntnisse für mich sind: Räumliche Trennung wirkt Wunder. Strikt Zeit einräumen für die Arbeitszeit, sonst hält bald der Schlendrian Einzug. Private Termine möglichst vor- oder nach der Arbeitszeit wahrnehmen. Wer sich zuhause schnell ablenken lässt, sollte die Arbeit am heimischen Küchentisch vermeiden. Aber besonders Introvertierte profitieren von der gewonnenen Ruhe.

Kreatives Arbeiten, Design und Konzeption sind jedoch lebendige Prozesse, die ohne neuen Input durch Gespräche, Skribbeln, Ausprobieren selten gelingen. Wer es jedoch schafft Phasen im Mobile Office und vor Ort zu balancieren, erhält hier sein best of both worlds – das Beste aus beiden Welten.

Und so sind selbst Meetings mit Kunden von zuhause aus kein Problem. Während meine Kollegin mit den Kunden vor Ort in Wuppertal sitzt, bin ich per Webcam zugeschaltet, präsentiere meine Arbeit und notiere die letzten Änderungen vor dem Launch.

Ein Blick auf die Uhr, der Tag ist bald schon rum. Nachdem der Call beendet ist, klappe ich den Laptop zu und das Arbeitszimmer wird wieder zum Wohnraum. Schnell die Laufschuhe geschnürt und schon jogge ich in den Feierabend – ganz CO²-neutral geht ein Tag im Mobile Office zu Ende.