Auf der Scrum Deutschland 2018 - Konferenz

Geschrieben von Christian Schmidt veröffentlich am in der Kategorie Agiles Arbeiten

Am vergangenen Freitag, den 23.11.2018 fand das von Prowareness organisierte Community Event „Scrum Deutschland 2018“ statt. Mehr als 20 Speaker, spannende Vorträge und eine faszinierende Location, die Classic Remise Düsseldorf, machten das Event insgesamt zu einem großartigen Erlebnis.

Besonders hervorzuheben sind aus meiner Sicht sowohl der Speaker, als auch das Thema der Keynote. Christoph Magnussen (Founder und CEO der Blackboat Internet GmbH) teilte seine Sicht der Dinge zum Thema „WARUM HALTUNG DER ENTSCHEIDENDE FAKTOR BEI DIGITALEN TRANSFORMATIONEN IST“ – ein wirklich guter Vortrag.

Was nehme ich von dem Tag in Düsseldorf mit? Hier meine Learnings, die ich nochmal herausstellen möchte:

Warum wollen eigentlich alle agil sein?

Die Wirtschaft verändert sich. Der Fokus wandert weg von der Prozessoptimierung hin zu Produktoptimierung. Durch die Globalisierung haben Kunden viel bessere Möglichkeiten, auf viele alternative Anbieter zurückzugreifen. Hier spielt die Haltung der Unternehmen eine große Rolle.

Es ist gerade fast wie im 16. Jahrhundert, als Nikolaus Kopernikus entdeckte, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Weltalls ist, sondern, dass die Sonne im Zentrum unserer Galaxie steht und die Erde sich in einer Umlaufbahn bewegt.

Als Unternehmen muss man begreifen, dass Kunden sich nicht um einen Anbieter bewegen, sondern dass viele Anbieter sich um einen Kunden bewegen. Daher ist es wichtig, den Fokus auf das Produkt und den Kundennutzen zu legen. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass es keine Projekt Manager mehr gibt, sondern Product Owner.

Die Möglichkeit des Scheiterns ist ein Fakt!

Auch hier ist das Thema Haltung besonders wichtig. Auf der einen Seite sollten Unternehmen sich nicht von der Angst vor dem Scheitern treiben lassen. Auf der anderen Seite jedoch ist es wichtig, die Möglichkeit des Scheiterns zu akzeptieren.

Ganz egal wie mächtig ein Unternehmen oder wie verbreitet ein Produkt ist, könnte schon morgen etwas vorgestellt werden, was alles verändert – und dann ist es wichtig damit richtig umzugehen.

Natürlich führt hier kein Weg am Beispiel Nokia vorbei. 2007 war es auf dem Cover des Forbes Magazins zu lesen „One Billion Customers – Can anyone catch the cell phone king“ und dann kam „one more thing“.

Überraschungen und Risiko sind gut. Scheitern kann man auch zu wenig!

Getrieben von der Angst des Scheiterns werden häufig übertriebene Risk-Management-Konzepte erstellt und der Fortschritt somit gehemmt. Unternehmen gehen zwar auf diese Weise kaum Risiken ein, aber häufig kommen genau diese Unternehmen nicht voran und werden überholt.

Folgende bewusst provokante Aussage ist mir im Kopf geblieben: „Scheitern kann man auch zu wenig!“ Das soll heißen, wer keine Überraschungen oder hin und wieder einen Rückschlag in Kauf nimmt, wird auch nicht vorankommen.

Die vierte Frage im Daily

Anknüpfend an das Thema Überraschungen und Zufälle finde ich die Idee einer vierten Frage im Daily Scrum Meeting sehr charmant. Die bekannten drei zu beantwortenden Fragen sind:

  • Was habe ich seit dem letzten Daily Scrum getan?
  • Was plane ich, bis zum nächsten Daily Scrum zu tun?
  • Was hat mich bei der Arbeit behindert (Impediments)?

Ist es aber nicht auch für alle Beteiligten absolut erwähnenswert, über Zufälle und Überraschendes zu sprechen? Schließlich lernt man in genau diesen Momenten, dass etwas anders ist, als angenommen und das ist durchaus teilenswert.

Daher könnte eine vierte Frage lauten:

  • Welche Zufälle und Überraschungen sind passiert?

Grundsätzlich ist aber bei fast jedem Vortrag eine Message deutlich geworden:

Es geht stets darum, zuzuhören und mit Leidenschaft und Herzblut die Bedürfnisse der Kunden, User und Konsumenten mit zeitgemäßen oder gar revolutionären Produkten zu bedienen.