SEO-Newsletter, März 2018

Geschrieben von Nico Zorn veröffentlich am in der Kategorie Digital Marketing

Google verändert sich nahezu täglich in kleinen und großen Dingen, die hier ausgewählt zusammengefasst sind. Für den Beginn von 2018 gibt es hier Einiges im technischen Bereich, entweder neu oder explizit klargestellt. Dauerthema ist dabei die Geschwindigkeit, insbesondere mobil. Gegenüber einigen neuen Features in der Google-SERP (Search Engine Result Page, Suchergebnisseite) versucht Bing, mit Mehrfach-Antworten zurückzuschlagen. Martin Mißfeldt hat sich hingegen angeschaut, wie Google Bilder verarbeitet – und ein Tool macht dies auslesbar.

Geschwindigkeit 

Web auf Speed: Rankingfaktor für Mobile

Speed wird wichtiger. Ja, nichts Neues! Und wer von uns wartet gerne auf ladende Websites? Genau: Keiner. Mehr als für Desktops mit meist doch guter Netzanbindung leiden erfahrungsgemäß Smartphones, die unterwegs oft auf schlechte Netze zugreifen müssen. Diese sollen aber nicht ausgeschlossen werden. Ab Juli ist Webspeed daher ein gesonderter Ranking-Faktor für mobile . Das wird sich nicht als Bonus äußern, sondern nur als Abwertung für die langsam(st)en Seiten. Wie hohe Geschwindigkeit erreicht wird, ist dabei egal. (Quelle)

 

Wie schnell sollte eine Seite sein?

So schnell wie möglich natürlich! Für mobile nennt Google nun Werte: 200ms bis zur response, 1 Sekunde um top-of-the-fold zu laden. Jeweils nach der Anfrage - das komplette Ausliefern und Rendern soll also nach einer Sekunde abgeschlossen sein. (Quelle)

 

Neue Tools zum Geschwindigkeitsvergleich

Um zu zeigen, wie wichtig Geschwindigkeit ist, präsentiert Google nun auch ein Tool zum Vergleich mit anderen Websites: Think with Google - Winning on Mobile. Mit einigen Rahmendaten gibt es eine Auswertung, wie viele Besucher abspringen und wie viel Profit entgeht. Hier liest man folgende Empfehlung: 3G sollte nach 5 geladen haben; 4G nach 3 Sekunden. Denn jede weitere Sekunde verringert die Conversion Rate um etwa 20%. Am Ideal von unter einer Sekunde ändert dies aber nichts. 

Suchergebnisseiten

Fragen & Antworten

Manchmal scheint es, als wolle Google am liebsten gar keine Websites mehr ausliefern, sondern alle Antworten selbst geben. Bereits aus der mobilen Suche bekannt kommen die Fragen & Antworten nun auch auf den Desktop. Ist ein Lokales Geschäft verifiziert, können Sucher direkte Anfragen an das Geschäft stellen und dieses kann antworten. Bislang wird diese Funktion nur für wenige Geschäfte genutzt. (Quelle)

 

Neues Patent: Bewegungsdaten zur Bewertungs-Bewertung

Nein, diese Überschrift ist nicht aus Versehen gedoppelt. Reviews bzw. Kundenrezensionen ermöglicht Google schon lange. Aber diese haben ein Problem: Einmal abgegeben, bleiben diese ewig stehen. Dabei kann das Restaurant inzwischen Besitzer und Personal gewechselt haben; das Hotel ist inzwischen renoviert usw.

Bewegungsdaten könnten einem Patent nach eine Lösung bieten: Hört ein User auf, ein Restaurant zu frequentieren, könnte das ein negatives Signal sein und zur Abwertung/Umgewichtung einer Rezension führen. Allerdings hat dieser Ansatz natürlich Probleme: Was ist mit Hotels, die nur selten oder einmalig besucht werden? Umzüge sind hingegen einfach zu erkennen: Wenn ich plötzlich 90% meiner Zeit in einer anderen Stadt bin, lag es wohl nicht am Schnellimbiss. Bleibt: Abwarten. (Quelle)

 

Voting auf Suchergebnisseite

Apropos Bewertung: Unlängst wurde ein neues Element in den Suchergebnissen gesichtet – eine Umfrage bzw. ein Voting. Was ist dein liebstes Justin Timberlake-Album?, fragte Google so beispielsweise und ließ direkt auf eine Liste von Vorschlägen klicken. Das Ergebnis sah man dann natürlich auch.

Auf der SERP sorgt das für Interaktion. Möglicherweise ein Versuch, statt des schläfrigen GooglePlus die Suchergebnisseite zu einem Sozialen Netzwerk zu machen? Dazu fehlt natürlich einiges – zumal die Votings von Google vorgegeben werden. (Quelle)

 

Bings Antwort auf Featured Snippets: Intelligente Mehrfach-Antworten

Google gibt bei bestimmten Anfragen ein Bild und einen Antworttext in verschiedenen Formaten aus. Bing setzt nach – aber anders. Statt einer einzigen, „besten“ Antwort setzt die Microsoft-Suche auf Antworten mit mehreren Perspektiven. Das ist bei „Wie hoch ist der Eiffelturm“ natürlich nutzlos. Bei Antworten mit mehreren Ansätzen könnte dies jedoch extrem nützlich sein – denn Googles einzelne Antwort kann den Blick auf Alternativen verdecken. Es bleibt aber abzuwarten, wie gut dieses Feature tatsächlich ist. (Quelle

Technisches

Goodbye AJAX-Crawling!

Früher galt: Bestimmte mit AJAX nachgeladene Elemente kann der Google-Bot nicht lesen. JavaScript-basierte Seiten mussten daher besonders ausgezeichnet werden oder waren für Suchmaschinen unsichtbar. Die Lösung lag in der Bereitstellung einer gerenderten Version der jeweiligen Seite. Dies ist nun nicht weiter nötig – Google wird URLs mit #! usw. zukünftig selbst Rendern. (Quelle)

 

Neues Tool für „Rich Results“

Viele Features für die SERP gibt es nur bei entsprechender Auszeichnung des Quellcodes. So bietet Google besondere Features an z. B. für Rezepte, Filme, Online-Kurse oder Stellenangebote. Im Dezember 2017 veröffentlichte Google dazu ein neues Rich Result Testing Tool. Indirekt kann man dies sicher auch als Anhaltspunkt nehmen, was Google als wichtig ansieht.

Caveat: Trotz entsprechender Auszeichnung spielt Google die Rich Results nicht für jede Seite aus. Auch Qualität, Quantität und andere Merkmale müssen stimmen.

 

Noindex, Follow?

Welche Anweisung gibt man Google bezüglich einer einzelnen Seite? Normal ist index, follow, also „ Spiel diese Seite als Suchergebnis aus und verarbeite alle Links. “. Manche Seiten möchte man nicht im Index haben, die von ihr verlinkten Seiten aber schon. Es liegt noindex, follow nahe („ Spiele diese Seite nicht aus, aber verarbeite alle Links.“). Google stellt klar: Das kann man machen; langfristig führt noindex aber automatisch zu nofollow – denn die Seite mit den Links wird ja nicht mehr verarbeitet. (Quelle)

 

Ist die Reihenfolge im Code wichtig?

Nein. Früher einmal hat man allerhand Mühen auf sich genommen, um den Content auch im Quellcode ganz oben erscheinen zu lassen. Das ist inzwischen unnötig. Was zählt ist die Reihenfolge der Darstellung. Das wird auch entsprechende Auswirkungen im Mobile First Index haben - wenn hier anders geordnet wird, als auf Desktop, kann sich das Ranking ändern. (Quelle

Datenschutz / -sicherheit 

Chrome warnt ab Juli 2018 vor HTTP

Datenschutz ist brandheißes Thema. SSL bzw. HTTPS gehört auch dazu, ist aber nicht sonderlich prominent. Vereinfacht gesagt sorgt SSL dafür, dass kein Dritter Daten zwischen Browser und Website abgreifen kann. Das ist bei Bankverbindungen und Kreditkarten besonders wichtig und auch jetzt warnen Browser schon.

Ab Juli 2018 wird Chrome jedoch für ALLE Nicht-http-Seiten eine entsprechende Warnung anzeigen . „Nicht sicher“ möchte man auf der eigenen Seite garantiert nicht sehen. Es bleibt daher bei der bereits gegebenen Empfehlung: Auf HTTPS umstellen und neue Seiten nicht mehr ohne HTTPS bauen. (Quelle)

Übrigens: HTTPS dürfte wahrscheinlich auch zum „aktuellen Stand der Technik“ nach der Datenschutzgrundverordnung zählen. Selbst ohne das gibt es jedoch genügend Gründe dafür. 

Bilder

Bilder-SEO: Dimensionsänderung ist ganz neues Bild

Wie funktioniert eigentlich SEO für Bilder? Oder anders gefragt: Was zählt eigentlich als neues Bild? Darauf geht Martin Mißfeld in einem neuen Artikel ein (Quelle) und kommt zu folgendem Schluss: Auch wenn nur die Größe (im Sinne der Dimensionen) geändert wird, ist dies für Google prinzipiell ein ganz neues Bild.

Aber das darf man trotzdem machen und sollte es häufig auch zur Ladezeitoptimierung. Denn Google erkennt gleiche Bilder im Zusammenhang eines Meta-Bilds. Dieses fasst verschiedene Größen und Versionen des gleichen Bildes zusammen. Auch Verschieben und Umbenennen zum Beispiel bei einem Relaunch ist einfacher als mit einzelnen Webseiten: Google kann die Bilder im Rahmen des erwähnten Meta-Bilds wiedererkennen und selbst zuordnen.

Als Alternative zur klassischen Weiterleitung empfiehlt Mißfeld daher, auf diese zu verzichten - sofern sich ausschließlich die URL des Bildes ändert. Die alten Bilder sollte man dann aber mindestens 12 Monate verfügbar halten und Google in Ruhe machen lassen.

 

Was steckt in einem Bild?

Apropos Bild und Meta-Bild: Was kann Google eigentlich aus Bildern auslesen? Einen Hinweis aufs Mögliche gibt Googles Cloud Vision API. Hier kann man ein Bild auch direkt hochladen und erhält Informationen wie erkannter Text, Gesichter und andere Elemente. Insgesamt erkennt Google sehr viel ziemlich genau und leistet zudem eine passende Einordnung. Durchaus auch einen Blick wert, wenn man Bilder kategorisieren und "verstehen" möchte.